Generationentreff
im Gemeindehaus Sitterswald weiterlesen
Rund 50 Christinnen und Christen aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich haben sich am Europatag, 9. Mai, an einem grenzüberschreitenden ökumenischen Friedensmarsch beteiligt. Die Gläubigen pilgerten durch das Dreiländereck und machten an mehreren Kirchen und Kapellen Station. Dort beteten sie für den Frieden in der Welt und setzten ein Zeichen für Verständigung, Zusammenhalt und grenzüberschreitende Solidarität. Eingeladen hatten die Pfarrei Dräilännereck Musel a Ganer Saint-Nicolas (Luxemburg), die Communauté des Paroisses Notre Dame de Marienfloss (Frankreich, Diözese Metz), die Pfarrei Dreiländereck St. Franziskus Perl, der Pastorale Raum Merzig sowie die evangelische Kirchengemeinde Mettlach-Perl.
Los ging es an der Friedenskapelle (Chapelle de la Paix) im französischen Merschweiller. Die 1999 errichtete Kapelle befindet sich im „Niemandsland" zwischen Merschweiller und dem saarländischen Oberperl – auf französischem Boden, doch die Straße vor der Kapelle gehört schon zu Deutschland. Père Alexis Tsogbe, Pfarrer und Erzpriester des lothringischen Sierck-les-Bains, der gemeinsam mit Père Sébastian Rayapan, Pfarrer von Koenigsmacker, die französischen Pilger betreute, ging auf die Geschichte der Kapelle ein: „Die Initiative zum Bau der Friedenskapelle kam von den Bürgern Perls, Oberperls und Merschweillers. Sie erinnert an die Kriegsopfer beider Seiten, die – obwohl sie zum Teil Verwandte waren – während des Krieges zu Feinden wurden.“ Die Kapelle ist ein Denkmal für den Frieden zwischen den europäischen Völkern, die in den letzten Jahrhunderten immer wieder Krieg miteinander geführt haben. „Wir kommen heute aus drei Ländern, aber wir sind noch internationaler: Ich stamme aus dem Togo und Père Sébastian aus Indien. Glaube verbindet über Grenzen hinweg“, sagte Père Alexis.
Nach dem in drei Sprachen gesprochenen Friedensgebet des Heiligen Franziskus pilgerten sie zur katholischen Kirche St. Gervasius und Protarius in Perl. Viele Pilgerinnen und Pilger schmückten dabei ihren Wanderrucksack mit einem Europa-Fähnchen. In Perl gestalteten die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Susanne Wagner und Pastoralreferent Philipp Kirsch vom Leitungsteam des Pastoralen Raums Merzig die Statio. „An uns liegt es, aus der Erde einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung“, zitierte Kirsch aus dem Gebet der Vereinten Nationen. Wagner schlug den Bogen vom Frieden zwischen den Nationen weiter zum Seelenfrieden jedes einzelnen Menschen. „Gottes Liebe hängt nicht von unseren Leistungen ab. Jede und jeder ist wichtig und geliebt.“ Durch den Frieden in uns selbst können wir anderen Menschen Frieden schenken.
In der evangelischen Kirche in Perl stellte Pfarrerin Andrea Zarpentin in ihrem Impuls die beiden bunt verglasten Kirchenfenster zur Schöpfung und zum Pfingstfest vor und zog die Parallele zur Gegenwart. „Der Geist Gottes hat eine große Gemeinschaft in Vielfalt geschaffen.“ An Pfingsten verbindet der Heilige Geist Verständnis unter den Menschen jenseits aller Grenzen, Sprachen und Verschiedenheiten. „Hier werden Brücken gebaut, hier beginnt der Frieden“, sagte Zarpentin. Den Abschluss des grenzüberschreitenden Friedensmarsches bildete ein Friedensgebet in der katholischen Kirche in Schengen, das von Abbé Daniel Graul von der Pfarrei Remerschen-Schengen geleitet wurde.