Chorprobe Jubilate-Chor
im Gemeindehaus Sitterswald weiterlesen
Inmitten der Nationalen Sommerspiele im Saarland haben rund 40 Aktive der Special Olympics, Funktionäre, Volunteers und Sportfans einen beschwingten Gottesdienst im Evangelischen Gemeindezentrum St. Johann gefeiert. Viele Gäste trugen Sportkleidung, manche kamen gerade von einem Wettkampf, andere vom Tblisser Platz gegenüber, vom Festival der inklusiven Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung.
Ein Gottesdienst zu einer Sportveranstaltung? Das passe sehr gut zusammen, fand Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, der den Gottesdienst leitete. „Der Sport trainiert unseren Körper, aber der Glauben trainiert unsere Seele“, sagte Latzel, der auch Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Da liege es nahe, sich beim Sport von Gott begleiten zu lassen. Gott sei spürbar beim Sport, betonte auch Constanze Göbel vom saarländischen Arbeitskreis „Kirche und Sport“. „Man kann ihn spüren in den Gänsehautmomenten, zum Beispiel auf dem Tennisplatz oder auf dem Siegertreppchen“, so Göbel.
Dass Sport untrennbar mit großen Emotionen verbunden ist, belegten berührende Gespräche mit zwei saarländischen Athleten der Lebenshilfe Obere Saar, die im Gottesdienst zu Wort kamen. Christof Olbrich hatte beim Tennis schon eine Medaille gewonnen, er habe diese aber einem anderen Mitspieler geschenkt, „der so traurig war“, weil er nichts gewonnen hatte. Gefragt nach seiner inneren Stärke, erzählte Martin Hahn (Tischtennis), er sei sicher, dass sein „Papa vom Himmel aus zuschaut“ bei den Wettkämpfen.
„Rückenwind von oben“ stellte auch Präses Latzel in seiner Ansprache heraus. Es könne kaum einen besseren Ort für das „Sommermärchen“ der Special Olympics geben als das Saarland, „wo sich die Menschen nicht von außen beeindrucken und begrenzen“ ließen. Das habe Vorbildcharakter, denn niemand sollte sich selbst begrenzen lassen, auch nicht innerlich. Dabei helfe der christliche Glaube. „Mit Rückenwind von Gott, der immer dabei ist, können wir über alle Mauern springen“, so Latzel.
Die Athletinnen und Athleten der Special Olympics gäben anderen mit ihrem Tun Hoffnung, viele Angehörige und Helfende ermöglichten die Veranstaltung durch ihr Engagement. „Ihr seid meine Held:innen!“, rief Latzel in diesem Sinne den Mitwirkenden der Special Olympics entgegen.
Kreiskantorin Bettina Nonnweiler brachte die Gottesdienstbesucher mit schwungvollen Liedern zum Mitsingen und Mitklatschen. Die Musik zum Eingang und Ausgang gestaltete mit großem Applaus die erst 18-jährige VDM-Preisträgerin Sophia Brandt am Flügel.